Wenn ich sage „eine Website kostet 1.500 €", kommt oft: „Uff, das ist ganz schön viel." Und ich verstehe die Reaktion. Für viele kleine Selbstständige ist das eine Ausgabe die weh tut, gerade in den ersten Jahren.
Aber lass uns kurz einordnen, was 1.500 € eigentlich sind — im Vergleich zu anderen normalen Business-Ausgaben. Manchmal hilft es, die Perspektive zu drehen.
Was 1.500 € in deinem Business bedeuten
Für einen kleinen Handwerksbetrieb: das ist etwa eine Woche Umsatz. Für eine Praxis: 2–3 gute Behandlungstage. Für eine Kneipe: ein starkes Wochenende. Für einen Solo-Freelancer mit 60 €/h: 25 Stunden Arbeit.
Anders formuliert: eine Website kostet in etwa das, was dein Business in einer Woche einbringt. Sie hält dann meistens 3–5 Jahre und ist 24/7 für dich verfügbar. Über den Zeitraum umgelegt sind das 25–40 Cent pro Tag.
Als Vergleich: dein Gewerbekonto kostet dich 15–30 € im Monat = 540–1.080 € über 3 Jahre. Deine Buchhaltungs-Software 30 €/mo = 1.080 € über 3 Jahre. Ein Zeitungs-Abo für 15 €/Woche = 2.340 € über 3 Jahre.
Was in den 1.500 € tatsächlich drin ist
Bei einer seriösen Custom-Website mit Fixpreis 1.500 € bezahlst du etwa:
~15 h Konzept + Design (2 Tage konzentrierte Arbeit)~15 h Umsetzung + CMS-Setup (2 Tage)~5 h Feedback-Runden + Korrekturen (1 halber Tag)~5 h Launch + Übergabe (1 halber Tag)
Zusammen etwa 40 Arbeitsstunden. Bei einem freien Stundensatz von 50–75 € wären das 2.000–3.000 € normale Rate. Der Fixpreis 1.500 € ist bewusst niedriger — weil ich gebündelt und schnell arbeite, nicht jedes Detail einzeln abrechne.
Der Fixpreis funktioniert für mich weil:
- Ich mache ein Projekt zur Zeit
- Ich habe einen effizienten Prozess ohne Overhead
- Kein Agentur-Wasserkopf muss finanziert werden
Wenn du dieselbe Website bei einer Agentur beauftragst, zahlst du für dasselbe Ergebnis 5.000–10.000 €. Nicht weil Agenturen unfair sind, sondern weil sie 5 Menschen bezahlen müssen.
Der wahre Vergleich: was du ohne verlierst
Die interessante Frage ist nicht „ist 1.500 € viel", sondern: was kostet keine ordentliche Website?
Konkret in Zahlen:
Verpasste Kunden. Wenn dich potenzielle Kunden googlen und deine Site ist entweder gar nicht da oder wirkt unprofessionell, gehen sie zum Wettbewerb. Bei einem Handwerksbetrieb der 3 Anfragen pro Woche über Google bekommen könnte, sind das schnell 5.000–10.000 € Jahresumsatz weg.
Verpasste Bewerber. Fachkräftemangel-Ära. Wenn deine Website Bewerber abschreckt, kostet das Monate offene Stellen — jede unbesetzte Stelle sind schnell 3.000–5.000 € Deckungsbeitrag verloren pro Monat.
Vertrauensverlust. Wer sich bei dir informieren will und eine 90er-Website findet, denkt „arbeitet der auch so?". Der Verlust ist nicht sichtbar in Rechnungen, sondern in nicht-gestellten Anfragen.
Zeit für manuelle Aufklärung. Ohne gute Website musst du jedem Interessenten am Telefon die Grundinfos runterbeten. „Welche Leistungen bieten Sie?" „Was kostet ...?" „Wo sind Sie?" — alles Zeit die eine gute Website dir abnimmt.
Über 3 Jahre gerechnet ist das leicht ein fünfstelliger Betrag den eine schlechte oder fehlende Website kostet. Gegenüber 1.500 € einmalig ist die Rechnung eindeutig.
Warum billig oft teuer wird
Klar gibt's Angebote für 500 € oder 800 €. Meistens problematisch weil:
Template-Design ohne Anpassung — sieht aus wie 20 andere Sites, keine Wiedererkennung
Kein CMS — jede Änderung kostet extra
Keine Übergabe — du bist auf den Anbieter angewiesen für alles
Kein SEO-Grundgerüst — Google findet dich nicht
Kein Mobile-Testing — 70 % deiner Besucher haben schlechte Erfahrung
Kein Wartung inklusive — Site rottet vor sich hin
Sobald du diese Sachen nachträglich brauchst (und du wirst sie brauchen), zahlst du pro Nachbesserung. Am Ende bist du bei 2.500–3.500 € und hast trotzdem ein wackeliges Ergebnis.
Warum teuer nicht immer besser ist
Umgekehrt: Angebote über 5.000 € für eine standard Business-Website sind meistens Overhead. Du zahlst für:
- Projektmanager der zwischen dir und dem Designer sitzt
- Sales-Team das dir das Angebot gemacht hat
- Meetings die für Abstimmung nötig sind
- Bürofläche und alles was Firmen kosten
Für ein kleines Unternehmen bringt das keinen zusätzlichen Wert. Es macht das Projekt nur langsamer und teurer.
Der Sweet Spot für die meisten kleinen Betriebe: ein guter Freelancer mit Fixpreis. Das ist warum ich es so mache.
Fazit
1.500 € ist nicht viel — es ist normal. Es ist deutlich weniger als eine Agentur, deutlich mehr als ein Baukasten (der real gerechnet oft teurer wird), und es ist eine Investment das sich 3–5 Jahre lang jeden Tag amortisiert.
Wenn du grade zwischen „ich mach's mir bei Wix zusammen" und „ich zahle 5.000 € bei einer Agentur" schwankst — 1.500 € Custom ist der Sweet Spot.
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