In jedem Erstgespräch mit einem neuen Kunden analysiere ich als erstes seine bestehende Website (falls vorhanden). Und in ~80 % der Fälle finde ich die gleichen 5 Fehler. Jeder einzelne kostet Kunden. Zusammen kosten sie mehr als eine gute Website je gekostet hätte.
Hier die Fehler, in absteigender Häufigkeit. Prüf deine eigene Site während du liest — vermutlich hast du mindestens zwei davon.
1. Der Besucher weiß nicht was er tun soll
Der teuerste Fehler überhaupt: keine klare Handlungsaufforderung (Call-to-Action). Der Besucher landet, liest, denkt „nett" — und schließt den Tab.
Symptome:
- Kein sichtbarer „Kontakt"- oder „Anfrage"-Button oben auf jeder Seite
- Kontaktseite versteckt in der Navigation
- Mehrere gleichwertige CTAs die konkurrieren („Newsletter" + „Angebot anfragen" + „Termin" + „Rückruf") → Entscheidungsparalyse
- CTA am Ende einer 2000-Wort-Seite die niemand komplett liest
Was funktioniert:
- Ein primärer CTA prominent oben (Kontakt / Angebot anfragen / Termin buchen)
- Jede Sub-Page endet mit demselben CTA
- Sekundäre CTAs subtil (Newsletter im Footer, kein Popup)
Fix: einmal durch die ganze Site klicken und fragen „was soll der Besucher hier tun?". Wenn du 5 Sekunden brauchst um's zu finden, hat der Besucher's schon längst aufgegeben.
2. Mobile ist kaputt oder mühsam
70–80 % der Besucher kommen mit dem Smartphone. Wenn deine Site mobile schlecht funktioniert, verlierst du direkt 3 von 4 potenzielle Kunden.
Symptome:
- Text auf Mobile zu klein zum Lesen ohne Zoomen
- Buttons zu klein zum Antippen (weniger als 44×44 Pixel)
- Menü versteckt hinter kaputtem Hamburger-Icon
- Bilder überlappen Text
- Formulare passen nicht aufs Display
- Ladezeit > 5 Sekunden auf 4G
Was funktioniert:
- Mobile-first gebaut (nicht „Desktop, wird schon irgendwie auf Mobile passen")
- Alle Interaktionen mit dem Daumen erreichbar
- Ladezeit unter 3 Sekunden auf 4G
- Automatischer Test in echter Netzumgebung, nicht nur Desktop-Browser
Fix: Öffne deine Website auf deinem eigenen Handy. Wenn du nach 30 Sekunden noch nicht weißt was auf der Startseite steht, hat der Besucher schon längst geswiped.
3. Google findet dich nicht (weil du nicht sagst was du machst)
Basis-SEO wird oft komplett übersehen. Deine Site kann so schön sein wie sie will — wenn niemand sie findet, bringt sie nichts.
Symptome:
- Meta-Title auf jeder Seite gleich („Willkommen auf unserer Homepage")
- Keine Meta-Description (Google zeigt zufälligen Text)
- Kein H1 auf der Startseite (oder H1 = Logo statt Aussage)
- Keine Stadt/Region in wichtigen Texten (kein lokales SEO)
- Bilder ohne Alt-Text
- Keine Sitemap eingereicht bei Google
Was funktioniert:
- Jede Seite eigener Meta-Title + Description mit den relevanten Keywords
- H1 sagt klar was die Seite macht („Heizung, Sanitär, Wärmepumpe in Bremen")
- Stadt und Region prominent im Text und Titel
- Alt-Texte auf allen Bildern
- Sitemap generiert und bei Google Search Console eingereicht
Fix: Suche bei Google nach „deinberuf deinestadt". Wenn du auf Seite 1 nicht auftauchst und deine Site ist älter als 6 Monate, ist SEO kaputt.
4. Alles ist von 2019 — oder scheint es zu sein
Nichts vertreibt Kunden schneller als eine Site die verlassen wirkt. Selbst wenn du aktiv bist, denkt der Besucher „wenn die Website tot ist, ist der Betrieb vielleicht auch tot".
Symptome:
- „Neuigkeiten"-Section mit letztem Eintrag von 2022
- Copyright-Jahr im Footer stimmt nicht mehr
- Team-Fotos mit Kollegen die längst weg sind
- „Coming Soon"-Sections seit 2 Jahren
- Öffnungszeiten die nicht mehr stimmen
- Angebote/Aktionen die abgelaufen sind
Was funktioniert:
- Copyright-Jahr automatisch aktualisiert (nicht manuell hardcodiert)
- Entweder aktueller News-Bereich oder gar keiner
- Regelmäßiger Content-Refresh (alle 3–6 Monate durchgehen)
- CMS mit Möglichkeit Änderungen selbst zu machen
Fix: Wenn du „Neuigkeiten" hast und der letzte Eintrag ist älter als 12 Monate, lösche die Section. Weniger ist mehr.
5. Keine Wartung, kein Backup, kein Update
Die Site läuft „irgendwie" seit Jahren. Bis sie plötzlich nicht mehr läuft, gehackt wird, oder die DSGVO-Behörde anfragt.
Symptome:
- Kein regelmäßiges CMS-Update
- Keine Backups (oder unklar wo/wie)
- Kein SSL (deine Site ist als „unsicher" markiert)
- Keine Anpassung an neue DSGVO-Vorgaben
- Ansprechpartner beim Web-Anbieter „meldet sich nicht mehr"
Was funktioniert:
- Wartungspaket mit dem Anbieter (Sicherheits-Updates, Backups automatisiert)
- SSL-Zertifikat mit automatischer Erneuerung
- Regelmäßige Compliance-Prüfung (DSGVO-Änderungen, Cookie-Consent aktuell)
- Ansprechpartner der erreichbar ist
Fix: Frag deinen Web-Anbieter (oder Nachfolger) heute: wann war das letzte Update, wo liegen die Backups, wer ist Ansprechpartner. Wenn keine klare Antwort kommt, hast du ein Problem.
Wie teuer ist das wirklich?
Nur die 5 Fehler zusammen genommen, konservativ gerechnet:
- Fehler 1 (kein CTA): 20 % Conversion-Verlust → 3–5 Anfragen/Monat weniger
- Fehler 2 (mobile kaputt): 50 % der Mobile-Besucher verloren
- Fehler 3 (kein SEO): 60–80 % weniger organischer Traffic
- Fehler 4 (veraltet): 30 % Vertrauensverlust
- Fehler 5 (keine Wartung): 5 %-Risiko pro Jahr für kompletten Ausfall/Datenverlust
Ein kleiner Betrieb der 20 potenzielle Anfragen im Monat über die Website bekommen könnte, holt mit einer sauberen Site vielleicht 15. Mit den 5 Fehlern holt er 3. Der Unterschied: 12 Anfragen/Monat, à ~200 € Auftragswert (konservativ) = 28.800 € Jahresumsatz verloren.
Gegenüber 1.500 € Investment für eine ordentliche neue Site: die Rechnung geht sich in Wochen aus.
Fazit
Website-Fehler sind meistens billiger zu fixen als offen zu lassen. Wenn du zwei oder mehr der obigen 5 Punkte in deiner Site erkennst, ist ein Update fällig.
Preisrechner öffnen für eine schnelle Kalkulation oder 30-Minuten-Erstgespräch buchen — in dem Gespräch analysiere ich deine bestehende Site und sag dir konkret was fixable ist und was neu gebaut werden muss.