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Von der Sparkassen-Tochter zur eigenen Bude — meine ersten Monate als Freelancer

Wie aus einem gestrichenen Projekt und einer privaten Neuausrichtung Tammo Studios wurde. Kurze Rückschau nach den ersten Monaten Selbständigkeit.

Tammo vor einem grünen Hintergrund

Wenn mich Leute fragen wie Tammo Studios entstanden ist, erwarten sie oft eine dieser klassischen Gründungs-Stories: Vision im Kopf, Plan in der Schublade, gezielt durchgezogen. Bei mir war's anders: eine Kombination aus beruflichem Umbruch, privater Neuausrichtung und dem Gefühl, dass jetzt der richtige Moment ist. Kein großer Plan, sondern viele kleine Signale die alle in die gleiche Richtung zeigten.

Hier die Rückschau. Nicht als Erfolgs-Story verpackt, sondern als das was es war: ein Weg mit ein paar Zufällen, ein paar guten Entscheidungen und viel Learning by doing.

Der Ausgangspunkt

Meine Ausbildung habe ich als Kaufmann für Digitalisierungsmanagement bei einer Sparkassen-Tochter gemacht. Ein interessanter Beruf, weil er genau an der Schnittstelle liegt die mich schon immer interessiert hat: Business-Prozesse verstehen und mit IT-Werkzeugen besser machen.

Nach der Ausbildung hatte ich das Glück, direkt im Anschluss bei derselben Firma als Online Marketing Manager übernommen zu werden. Das war eine ganz andere Ecke — nicht mehr IT-Grundlagen, sondern konkrete Marketing-Praxis. In einem Jahr habe ich mir dort eine Menge angeeignet: Kampagnen aufsetzen, Zielgruppen verstehen, Content-Strategien entwickeln, Zahlen auswerten. Ein Jahr mit steiler Lernkurve.

Was in dieser Zeit aber immer stärker wurde: das Gefühl, dass ich mit meinen technischen Grundkenntnissen aus der Ausbildung UND meinen frischen Marketing-Kenntnissen etwas Eigenes machen könnte. Nicht als abstrakte Idee, sondern als konkrete Kombination die auf dem Markt Sinn macht. Kleine Unternehmen brauchen genau beides — jemanden der Technik versteht und weiß, wie man online sichtbar wird.

Der Wendepunkt

Anfang 2026 kam dann der Moment: mein Arbeitgeber hat sich entschieden, das Projekt an dem ich gearbeitet habe einzustellen. Nicht meine Entscheidung, aber plötzlich stand die Frage im Raum: Wie geht's weiter?

Parallel dazu lief bei mir privat auch was — eine Lebensveränderung, die dazu geführt hat, dass ich meine gewohnten Routinen, meinen Wohnort und meine Prioritäten grundsätzlich hinterfragt habe. Was passiert wenn ich das alles neu aufsetze? Was macht mich langfristig eigentlich zufrieden?

Diese zwei Ereignisse, beruflich und privat, sind zusammengekommen und haben eine Art Reset ausgelöst. Statt nur den nächsten Job zu suchen, habe ich mir die grundsätzlichere Frage gestellt: Was will ich eigentlich machen? Und was hindert mich daran es einfach zu starten?

Die Antwort war klar. Nichts hindert mich. Ich hatte die technischen Grundlagen, die Marketing-Erfahrung, keine familiären Verpflichtungen die einen Karriere-Sprung riskant gemacht hätten. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der erste Kunde war die Familie

Ein Vorteil den ich hatte: mit dem Sprung in die Selbständigkeit war ich nicht bei Null. Meine Mutter und mein Stiefvater führen gemeinsam eine arbeitsmedizinische Praxis — Samedos in Bremen. Die brauchten ohnehin eine neue Website.

Für mich war das ein ideales erstes Projekt: klare Anforderungen, direktes Vertrauen, keine langen Verhandlungsschleifen. Für die beiden war es der Test, ob ich das wirklich kann. Klingt entspannt, war aber auch mit Druck verbunden — Familie ist eben nicht "einfach nur ein Kunde".

Ich habe das Projekt komplett durchgezogen: Konzept, Design, Umsetzung, Launch. Und dann kam der Moment, der für mich alles entschieden hat.

Der Beweis nach wenigen Wochen

Wenige Wochen nach dem Launch der neuen Samedos-Website kamen die ersten Zahlen: ungefähr 100 Klicks über Google. Und daraus konkret: zwei neue Aufträge für Offshore-Untersuchungen — ein spezifisches medizinisches Segment das Samedos anbietet. Zwei Kunden, die die Praxis vorher nicht gefunden hätten.

Das war für mich der Punkt an dem klar wurde: Das funktioniert. Meine Arbeit hat einen messbaren, konkreten Effekt für den Kunden. Es ist nicht nur "schöne Website gebaut", sondern "neue Kunden generiert". Der Unterschied zwischen "Handwerk" und "wirtschaftlicher Wert" wurde sichtbar.

Ab diesem Moment habe ich mich anders positioniert. Nicht mehr zögernd im Sinne von „vielleicht wird das was", sondern konzentriert im Sinne von „das ist meine Arbeit jetzt". Kleine Verschiebung im Kopf, große Wirkung nach außen.

Die Skalierung: 7 Kunden, 5 live

Von da an ging's Schritt für Schritt. Neue Kunden über verschiedene Wege — Empfehlung, kalte Anfrage, Insta-Präsenz, ein direkter Cold-Outreach-Ansatz mit vorgefertigten Prototypen. Nicht jede Anfrage wurde zum Auftrag, aber die Trefferquote war deutlich besser als ich erwartet hatte.

Aktuell sind es sieben echte Kundenprojekte, davon fünf schon live: Samedos, Wärmepower, Er & Sie, IBI (Institut für Betriebsmedizin Isernhagen) und Kirsch Dach & Fassade. Zwei weitere laufen gerade: Buttjes und Bremer Schlüssel. Sehr unterschiedliche Branchen — Medizin, Handwerk, Gastro. Genau das was ich mir vorgestellt hatte: keine Nischen-Verengung, sondern breite Ansprache kleiner Unternehmen die genau eine solide Online-Präsenz brauchen.

Wichtig zu sagen: das ist kein Grund für Größenwahnsinn. Sieben Kunden in ein paar Monaten ist ein solider Start, aber es ist auch nicht die Rakete auf Wachstumsflug. Ich mache bewusst ein Projekt zur Zeit — das begrenzt den Durchsatz, aber sorgt dafür dass jedes Projekt die Qualität kriegt die ich verspreche.

Aktuell: Asien, Journal, Bestandskunden

Seit August 2026 bin ich in Asien unterwegs, dank der beruflichen Selbstbestimmung ohne Standort-Zwang. Der Fokus in dieser Phase ist anders als in den Monaten davor:

  • Weniger Neukunden-Akquise — die Reise ist mir gerade wichtiger als der nächste Auftrag. Anfragen kommen weiter, aber ich sortiere strenger als vorher
  • Mehr Bestandskunden-Betreuung — die fünf laufenden Projekte brauchen regelmäßige Pflege und kleinere Anpassungen. Das läuft remote sehr gut
  • Content-Aufbau — das Journal hier ist ein bewusster Investment in langfristige Sichtbarkeit, nicht in kurzfristige Anfragen

Was ich in dieser Kombination lerne: Selbständigkeit heißt nicht ständig auf Vollgas laufen. Es heißt entscheiden können, welche Phase gerade welchen Fokus verdient. Und die Website — mein eigenes Business-Fundament — jetzt ausbauen zu können, weil die Kunden-Basis stabil läuft, ist einer der eigentlichen Freiheiten die dieser Sprung mir gebracht hat.

Wo das hingehen soll

Für die Firma meiner Mutter und meines Stiefvaters mache ich nicht nur Website-Themen, sondern kompletten IT-Support: Patientensoftware, Datenbank-Themen, Visitenkarten, alles was digital und klassisch in der Hand anfällt. Das ist perspektivisch auch die Richtung in die ich langfristig will — junge Unternehmer nicht nur bei der Website unterstützen, sondern grundsätzlich dabei helfen sich digital gut aufzustellen. Eine Art Sparringspartner für Digitalisierungsfragen.

Wir leben in 2026 und viele Betriebe arbeiten in Prozessen die eigentlich digital deutlich besser laufen könnten — nicht aus Ignoranz, sondern weil einfach niemand da ist der ehrlich berät ohne gleich etwas verkaufen zu wollen. Genau diese Rolle interessiert mich.

Aber das ist Zukunftsmusik. Aktuell habe ich mit dem Website-Fokus mehr als genug zu tun, die Asienreise steht persönlich im Vordergrund und alles Weitere kommt Schritt für Schritt. Über die Vision schreibe ich in einem eigenen Beitrag später ausführlicher.

Fazit

Selbständigkeit war für mich kein großer Plan, sondern eine Antwort auf einen Umbruch. Berufliche Veränderung + private Neuausrichtung + das richtige Timing haben zusammen den Anstoß gegeben. Ohne Samedos als sicheren ersten Kunden wäre der Sprung riskanter gewesen — das gebe ich offen zu. Und ohne die konkreten Ergebnisse dort (die 100 Klicks, die zwei Offshore-Aufträge) hätte ich später gezögert.

Was ich in den ersten Monaten gelernt habe: Selbständigkeit ist weniger Höhenflug als kontinuierliches Arbeiten. Aber die Freiheit selbst zu entscheiden was wichtig ist — welcher Kunde, welche Phase, welcher Fokus — die ist real und die ist es wert.

Falls Du auch überlegst was digital in Deinem Betrieb Sinn macht: 30 Minuten Erstgespräch buchen — ich sag ehrlich was passt und was nicht. Und wenn Du eine Website brauchst: Preisrechner öffnen für eine schnelle Kalkulation.